Drais Rundgang mit Martin Hauge

Termine buchen bitte bei "Stattreisen e.V.  unter folgendem Link:
http://www.stattreisen-karlsruhe.de

Wer im Stadtbild von Karlsruhe nach Zeugnissen von Karl Drais sucht, nach Orten an denen in angemessener und korrekter Weise auf Ihn hingewiesen wird, findet sehr wenig; eigentlich nichts.
Auch diese Tatsache mit den daraus resultierenden Folgen gehört zu den Mißständen, auf die unsere Ausstellung aufmerksam machen möchte.

Die hier gezeigte Photoserie bietet Ihnen eine Auswahl von Orten, die in direktem Zusammenhang mit Karl Drais stehen und deren Bedeutung die Einrichtung eines Drais Rundgangs nahelegt.

Die meisten Punkte sind nicht weit voneinander  entfernt, wären zu Fuß gut ablaufbar ; aber auch die Erweiterung zu einem  Fahrradrundkurs ist gut vorstellbar.
Das wäre für Einheimische wie Touristen eine echte Attraktion. Es gibt schon lange derartige Pläne und spätestens Anfang 2017 sind auf private Initiative hin erste Führungen vorgesehen.

Bei der hier vorliegende Nummerierung handelt es sich um eine meist zeitliche geordnete Reihenfolge.
In Klammern hinter der Stationsnummer, wenn möglich die zeitliche Zuordnung.


Schlossplatz
Etwa hier am Schlossplatz,  auf Höhe der Herren- bzw. Ritterstraße, könnte sein Geburtshaus gestanden haben. Laut Geburtsurkunde kam er im elterlichen Haus zur Welt.

Es gibt aber auch einen ernstzunehmenden Hinweis auf den Rondellplatz.


 

(1798-1800)
Marktplatz

Am Lyceum, dem südlich an die ev. Stadtkirche anschließenden Gebäude, machte Drais im Jahr 1800 den Realabschluss.


 

(1800-1803)
Rondellplatz
Laut einem Vermerk von Fritz Hirsch (100 Jahre Schauen und Bauen, Band II, S.384) wohnte die Familie (vor dem Umzug nach Kirchheim/Hunsrück) am Rondellplatz 22.


 

Nymphengarten / Kriegsstraße
Hier führte er im Jahre 1813 seine vierrädrige „ Fahrmaschine I “ dem russischen Zaren Alexander I. vor, der ihn daraufhin zum sich bereits abzeichnenden Kongress nach Wien (1815) einlud.


 

(1818 )
Schlossplatz , östlich der Nord-Südachse
Hier, im ehemaligen Innenministerium, reichte Drais 1818 (?) das Privilegiengesuch für seine berühmteste Erfindung, die zweirädrige Laufmaschine, ein.


 

(1843 und später)
Amalienstraße 87, ehemals Wirtshaus „Stadt Rastatt“
In diesem Haus war der Prototyp der vierrädrigen, fußbetriebenen Eisenbahndraisine während seines knapp sechsjährigen Exils in Waldkatzenbach / Odenwald untergestellt.


 

(1843)
Am Ettlinger Tor, westlich der Nord-Südachse, südl. der Kriegsstraße
Auf den damals hier befindlichen Gleisen wurde die vierrädrige, fußbetriebene Eisenbahndraisine vom Erfinder erprobt.


 

(1840-1843)
Die Gedenktafel Hebelstraße Nr. 4
wurde vom 1. Karlsruher Bycicle-Club angebracht, in der Annahme, hier habe Karl Drais von 1840-1843 gewohnt, was bisher nicht belegt werden konnte.

Hingegen ist unbestritten, dass Drais von 1839 bis 1845 seinen Wohnsitz in Waldkatzenbach hatte.

Möglicherweise hat er hier bei Besuchen in Karlsruhe (z.B. Erprobung der Eisenbahndraisine) immer wieder mal Quartier genommen.
 





(1845-1851)
Zähringerstraße 63 (früher 43)
hier stand bis zu  Abriss im  Jahre 1898 das Haus in dem Karl Drais nach seiner Rückkehr aus Waldkatzenbach (Odenwald) wohnte und am 10.Dezember 1851 starb.

Das Sterbehaus Zähringerstraße 43, über dem Eingang eine vom Deutschen Radfahrerbund 1893 angebrachte Gedenktafel (Quelle:  Ausstellungskalender 1985)

Gedenktafel aus dem Jahr 1893 am Sterbehaus, gestiftet vom 1. Karlsruher Bicycleclub. wurde nach dem bereits 1898 erfolgten Abriss des Hauses erhalten und liegt zur Zeit im Fundus des Stadtmuseums (Prinz-Max-Palais) (Quelle : Stadtmuseum Karlsruhe), (Siehe Station 11) heutige Ansicht der Stelle, an der das alte Haus stand.

Der Neubau beherbergt städtische Einrichtungen und zeigt die Idee für ein modernes Mahnmal zu Ehren von Karl Drais. Hier ein würdiges Gedenken zu ermöglichen, ist eine dringliche Aufgabe.
Vom 10. Dez. 2014 sind hier an seinem Todestag jährlich Gedenkfeiern geplant.



 









(1849)
Zähringerstraße  65 (früher 45)
Die heutige Bebauung Zähringerstraße / Ecke Kreuzstraße bildet ein städtisches Gebäude.
Das Eckhaus Zähringer 45, das Wirtshaus „Goldenes Kreuz“ erlangte im Jahre 1849 traurige Berühmtheit, als namentlich bekannte Offiziere Karl Drais wegen seiner politischen Gesinnung körperlich schwer misshandelten.

Östlich angrenzend ist das Haus Zähringerstraße 43 (heute 63) markiert, in dem Drais bis zu seinem Tode im Jahre 1851 wohnte.

 





Prinz-Max-Palais, Karlstraße

Im Stadtmuseum Karlsruhe, in der Dauerausstellung, befindet sich eine Laufmaschine aus Drais Nachlass.

Im Fundus (nicht zugänglich) lagert auch die historische Gedenktafel, die von 1893 bis 1898 am Sterbehaus angebracht  war.


 

Ständehaus / Ständehausstraße
Hier wurde der Antrag für eine Leichtbau-Eisenbahn eingereicht.


 

Kriegsstraße, nördlicher Rand, zwischen Lamm- und Karl-Friedrich-Straße
Das 1893 eingeweihte Denkmal wurde von dankbaren Radfahrerverbänden gestiftet und besteht aus einer posthumen Büste auf einem Marmorsockel.

Es stand in der Zeit des zweiten Weltkrieges auf einer Liste von „unschönen und überflüssigen“ Denkmälern, die zum Einschmelzen zur Stahlgewinnung in Erwägung gezogen waren.

Im Jahre 1963 wurde beschlossen, es wegen des wachsenden Autoverkehrs, zusammen mit den Denkmälern von Carl Benz und Franz Grashoff an den heutigen Standort zu verlagern.


 



Beiertheimer Allee, Grünstreifen nördlich der Kreuzung Bahnhofstraße
Vorerst letzter Standort der posthumen Büste von Karl Drais, die hier wegen des Ausbaues der Kriegsstraße zusammen mit den Denkmälern von Benz und Grasshoff aufgestellt wurden.

Am 29. April, zu seinem Geburtstag, findet hier seit langem jährlich eine offizielle Gedenkfeier statt.

Der frühere Standort war sicher der bessere; am heutigen Standort ist er dem öffentlichen Bewußtsein leider fast völlig entzogen.


 

Zusätzliche Stationen,

z.B. für den Fahrrad-Rundkurs:


Draisstraße / Weststadt
im Jahr 1902 nach Drais benannt.

Zusatztafel am Straßenschild mit historisch überholtem Text.



















 



Draisschule, Mühlburg

Nördliche Giebelfront mit dem Relief  (1953) von Karl Eger.

Das sicher gutgemeinte Kunstwerk zeigt leider ein entstelltes, gelbes Gesicht, ganz in der Tradition der Karikaturen.


 

Hauptfriedhof Karlsruhe / Haid-und-Neu-Straße
Grabmal und letzte Ruhestätte von Karl Drais seit der Umbettung im Jahr 1891.

Die Präsenz von Karl Drais im Stadtbild ist mangelhaft.

Eine Veränderung dieses Zustandes ist so wünschenswert wie überfällig.

Sie könnte im Falle eines Drais-Rundganges mit überschaubaren finanziellen Mitteln bewältigt werden. Wie gezeigt wurde, mangelt es an Orten mit historischem Bezug zu Karl Drais wirklich nicht.

2010 hat in gleicher Sache die Stadt Mannheim eine 10 Stationen umfassende Drais-Route für Radfahrer eingerichtet.
   


Was auch immer die Gründe für die unverständliche und zu hinterfragende Haltung verschiedener Institutionen dieser Stadt im Bezug auf ein zeitgemäßes, historisch und politisch korrektes Verhältnis zu Karl Drais sind, die Anbringung einer Gedenktafel an seinem Sterbehaus in der Zähringerstraße ist ein Gebot des Anstandes.

Die historische Gedenktafel ist seit 122 Jahren vorhanden.
Wir hoffen in Zukunft durch weitere Forschungen, Funde und Hinweise die Zahl der Rundgangstationen noch erhöhen zu können, freuen uns über jede Anregung und auf die baldige Einrichtung eines ersten Drais-Rundganges.

Wie wäre es mit einem Ideenwettbewerb für die Gestaltung  eines solchen Rundganges?

Kontakt

Martin Hauge
Steinstraße 29 // D-76133 Karlsruhe

Weiterer Ansprechpartner

Prof. Hans-Erhard Lessing

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